Prüfstand
Kuriositätenkabinett
Zwölf Dinge aus seinem Leben zum Entdecken.
Fundstücke erscheinen von selbst, während du die Webseite erkundest: wenn du ein Kapitel besuchst, ein Experiment ausprobierst oder eine Lernreise abschließt. Die Silhouetten verraten, wo du suchen musst.
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Nr. 1
Noch verborgen
Ein Gegenstand, der einem kranken Kind das Staunen beibrachte.
Nr. 1 · um 1884
Der Kompass
Als Albert vier oder fünf Jahre alt war und krank im Bett lag, zeigte ihm sein Vater einen Kompass.
Dass die Nadel ohne jede Berührung immer nach Norden zeigte, kam ihm wie ein Wunder vor.
Im Rückblick (Autobiographische Notizen, 1949) beschrieb er es als bleibenden Eindruck: Hinter den Dingen müsse etwas tief Verborgenes liegen.
Nr. 2
Noch verborgen
Ein Blatt Papier, das ein Gerücht richtigstellt. Sieh es dir ganz genau an, mit der Detektiv-Lupe.
Nr. 2 · 1896
Das Aarauer Maturazeugnis
Am 3. Oktober 1896 stellte der Erziehungsrat des Kantons Aargau dem 17-jährigen Albert Einstein in Aarau das Zeugnis der Reife aus.
Die Schweizer Skala reicht von 6 (beste Note) bis 1: Er bekam eine 6 in Geschichte, Algebra, Geometrie, darstellender Geometrie und Physik, nur eine 3 in Französisch, seine schlechteste Note.
Wer die Schweizer Skala mit der deutschen verwechselt, liest die Sechser als Ungenügend.
Nr. 3
Noch verborgen
Ein Stempel, der auf unzählige Anmeldungen niederging. Zwei Wege führen zu ihm.
Nr. 3 · 1902
Der Patentamt-Stempel
Am 23. Juni 1902 trat Einstein seine Stelle als Technischer Experte 3. Klasse am Eidgenössischen Patentamt in Bern an.
Auf seinem Tisch landeten Anmeldungen wie ein Kiessortierer und eine elektrische Schreibmaschine; 1903 machte das Amt seine Stelle fest.
Denkbar ist, dass Signalübertragung und Uhren-Synchronisation in eingereichten Erfindungen seine Gedanken zur Gleichzeitigkeit anregten. Das ist eine Deutung (etwa von Peter Galison), kein Beweis.
Nr. 4
Noch verborgen
Kein Museumsstück, sondern ein Gerät zum Denken. Es tickt in einem Experiment.
Nr. 4 · Denkgerät
Die Lichtuhr
Zwei Spiegel, dazwischen ein Lichtblitz, der hin und her läuft: Jeder Hin- und Rückweg ist ein Tick.
Fliegt die Uhr an einem Beobachter vorbei, muss das Licht einen längeren, schrägen Weg nehmen. Weil die Lichtgeschwindigkeit für alle gleich ist, tickt die bewegte Uhr langsamer.
Die Lichtuhr ist ein Lehrbuchbild zur Herleitung der Zeitdilatation, kein erhaltener Gegenstand.
Nr. 5
Noch verborgen
Ein luftleerer Glaskolben mit einer Lichtquanten-Idee darin. Er leuchtet in einem Experiment auf.
Nr. 5 · Idee von 1905
Die Photozelle
1905 erklärte Einstein den lichtelektrischen Effekt mit Lichtquanten: Licht trifft in Portionen auf ein Metall und schlägt einzelne Elektronen heraus.
Eine Photozelle nutzt genau das: Licht trifft im luftleeren Glaskolben auf eine Metallfläche, die freigesetzten Elektronen fließen als Strom zu einer zweiten Elektrode.
1914 zeigte Robert Millikan, dass die Energie der Elektronen wie von Einstein vorhergesagt mit der Frequenz des Lichts wächst. Der Physik-Nobelpreis 1921 (verliehen 1922) nannte die „Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts“.
Nr. 6
Noch verborgen
Seiten voller durchgestrichener Versuche. Eine Delle im Tuch führt dorthin.
Nr. 6 · 1912/13
Das Züricher Notizbuch
Im Züricher Notizbuch hielt Einstein 1912/13 seine Rechnungen zur Gravitation fest, mit Hilfe des Mathematikers Marcel Grossmann.
Die Seiten enthalten viel von der Grundlagenarbeit zur Allgemeinen Relativitätstheorie: die Suche nach Gleichungen, die Schwerkraft als Krümmung der Raumzeit beschreiben.
1913 veröffentlichte er mit Grossmann den „Entwurf“, eine Vorstufe; die endgültigen Feldgleichungen folgten im November 1915.
Nr. 7
Noch verborgen
Eine Glasplatte voller Sterne. Eine Finsternis führt dorthin.
Nr. 7 · 1919
Eddingtons Fotoplatte
Am 29. Mai 1919 fotografierten zwei britische Expeditionen, auf der Insel Príncipe und im brasilianischen Sobral, die Sterne rund um die verfinsterte Sonne.
Die Sonne stand vor den Hyaden, einer hellen Sterngruppe. Verglichen mit Nachtaufnahmen desselben Feldes sollten die Sterne verschoben wirken, wenn die Sonne Licht ablenkt.
Die Ergebnisse wurden am 6. November 1919 bei einer gemeinsamen Sitzung von Royal Society und Royal Astronomical Society vorgestellt und markierten den Beginn von Einsteins internationaler Berühmtheit.
Nr. 8
Noch verborgen
Ein Instrument, zu dem er griff, wenn die Gleichungen stockten. Zu finden dort, wo sein Privatleben erzählt wird.
Nr. 8 · ab der Kindheit
Die Geige „Lina“
Einstein spielte von Kindheit an Geige; mit 13 entdeckte er Mozarts Violinsonaten.
Seinen Geigen gab er den Namen „Lina“.
Eine 1894 in München gekaufte Geige mit der Inschrift „Lina“ wurde im Oktober 2025 versteigert, nachdem der Musikforscher Paul Wingfield sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als Einsteins Instrument identifiziert hatte.
Nr. 9
Noch verborgen
Ein kleines Boot auf einem brandenburgischen See. Es gehört zur Geschichte des Hauses im Wald.
Nr. 9 · 1929
Das Segelboot „Tümmler“
Zum 50. Geburtstag 1929 schenkten ihm Freunde das Segelboot „Tümmler“.
Er segelte damit bis 1932 von seinem Sommerhaus in Caputh bei Potsdam aus, obwohl er nicht schwimmen konnte.
Die Nationalsozialisten beschlagnahmten das Boot 1933 und verkauften es später.
Nr. 10
Noch verborgen
Ein Dokument, das er abgab. Es gehört in das Frühjahr 1933.
Nr. 10 · 1933
Der deutsche Pass
Am 28. März 1933, nach der Landung in Antwerpen auf der Rückreise aus den USA, gab Einstein seinen deutschen Pass ab und legte damit die deutsche Staatsangehörigkeit förmlich nieder.
Die Niederlegung wurde zunächst abgelehnt; die Regierung der Nationalsozialisten entzog ihm die Staatsangehörigkeit am 24. März 1934.
Die Quellen nennen unterschiedliche Orte: die englische Wikipedia das Konsulat in Antwerpen, die deutsche die Botschaft in Brüssel.
Nr. 11
Noch verborgen
Zwei getippte Seiten mit einer Unterschrift. Der Brief lässt sich ganz lesen.
Nr. 11 · 1939
Der Brief an Roosevelt
Der Brief trägt das Datum 2. August 1939. An diesem Tag besuchten Szilárd und Teller Einstein auf Long Island; der englische Text wurde in New York getippt und ihm zur Unterschrift geschickt.
Er warnte, Uran könne zu einer neuen Energiequelle und zu Bomben eines neuen Typs führen, und regte an, dass die Regierung den Kontakt zu den Physikern halte, die an Kettenreaktionen arbeiteten.
Bei Präsident Roosevelt kam er erst am 11. Oktober 1939 an, überbracht von Alexander Sachs.
Nr. 12
Noch verborgen
Eine seiner letzten öffentlichen Unterschriften. Sie gehört in die letzten Lebensjahre.
Nr. 12 · 1955
Das Russell-Einstein-Manifest
Das Manifest warnte vor den Gefahren der Atomwaffen und rief die Regierungen auf, Konflikte friedlich zu lösen.
Einstein unterschrieb es kurz vor seinem Tod am 18. April 1955; veröffentlicht wurde es am 9. Juli 1955 in London.
Elf Personen unterzeichneten, neun davon waren damals Nobelpreisträger. Aus dem Manifest gingen die Pugwash-Konferenzen hervor, die erste fand 1957 statt.
Alle Zeichnungen stammen von heimseiten.de und zeigen die Art des Gegenstands, nicht das Original selbst.